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Seminarkurs Baden-Württemberg

Wie funktioniert die Integration von Balu und Du in Baden-Württemberg?

Balu und Du ist ein Verein, der sich für mehr Chancengerechtigkeit für Kinder einsetzt. Durch unser Mentoringprogramm werden Grundschulkinder (Moglis) für ein Jahr von jungen Menschen (Balus 17–30 Jahre) auf ihrem Lebensweg begleitet. Das Tandem trifft sich einmal pro Woche für ein bis drei Stunden und verbringt Zeit miteinander. Mindestens alle zwei Wochen treffen sich die Balus außerdem zur gemeinsamen pädagogisch begleiteten Reflektion. 

Wir sind ein außerschulisches Programm, das sich zum Beispiel als Seminarkurs einbinden lässt. Daher arbeiten wir mit Gymnasien, berufsbildenden Schulen, aber auch freien Trägern und Hochschulen/Universitäten zusammen. 
Das Programm wird seit 20 Jahren wissenschaftlich evaluiert und wirkt nachweislich.

Mogli Mädchen und Balu Frau schauen sich zusammen verschiedene Flaschen an.

Eine Rechnung, die aufgeht. Für alle.

1 Kind +

1 Mentor:in

1 x pro

Woche

1–3

Stunden

Für mind.

1 Jahr

Neue

Perspektiven

für beide

1 Kind +

1 Mentor:in

1 x pro

Woche

1–3

Stunden

Für mind.

1 Jahr

Neue

Perspektiven

für beide

Fragen & Antworten

Jede teilnehmende Schule wird vom Balu und Du e.V. individuell unterstützt. Dazu gehören unter anderem 

  • Bereitstellung von verschiedenen Unterrichtsmaterialien (Nutzung optional) 
  • Bereitstellung von Informationsmaterial (u.a. für die Eltern)
  • Bereitstellung eines Online-Tagebuchtools (dient der  Dokumentation und Reflexion der Tandemtreffen)
  • Zugang zum Intranet, Zugriff auf Programmdokumente und Memos, Materialbestellung 
  • Unterstützung bei der Administration und in individuellen Krisensituationen
  • ausführliches Onboarding der Lehrkräfte und regelmäßige Qualitätsgespräche
  • jährlich stattfindende Konferenz zur Vernetzung und zum Austausch (optional)

Mit dem Kooperationsvertrag einigen wir uns auf die Einhaltung unserer Qualitätsstandards, darunter etwa die enge pädagogische Begleitung der Tandems und die Freiwilligkeit der Teilnahme der Balus. Hier sind auch Aspekte wie Datenschutz festgelegt. Wir betreuen die Standorte in Form verschiedener Qualitätsschritte, unter anderem durch regelmäßige Gespräche; daher benötigen wir für eine gute Zusammenarbeit eine Kooperationsbereitschaft und einen offenen Austausch.  

Diese Qualitätsschritte sind: 

  • Onboarding mit der Koordinationskraft 
  • Onboarding-Check zu Beginn des 1. Projektjahres 
  • Follow-Up nach einem Projektjahr 
  • Qualitätsgespräch im Rhythmus von 3-5 Jahren 

weiterführende Schule/Koordinationskraft: curriculare Einbindung als Seminarkurs, Benotung, inhaltlich-fachliche Gestaltung der Seminarkurssitzungen, pädagogische Begleitung der Tandems, Kontakt zur Grundschule, Zusammenarbeit mit dem Balu und Du e.V. 

Grundschule: Vermittlung der Moglis, Kontakt zu und bedarfsorientierter Austausch mit der weiterführenden Schule → kein direkter Kontakt zum Balu und Du e.V. 

Balu und Du e.V.: Sicherstellen der begleitenden „Infrastruktur“ (Versicherungsschutz, Beratung zu Kinderschutz, Programmdokumente, Materialien, Tagebuchtool, freiwillige Fort- und Weiterbildungen), Unterstützung der Standorte in Form einer konkreten Ansprechperson 

Balus: 1:1-Treffen mit ihren Moglis (außerschulisch, informelles Lernen), Dokumentation der Treffen im Tagebuchtool, Teilnahme am Seminarkurs zur Reflektion (benotungsrelevante Aspekte und inhaltliche Ausgestaltung liegen bei der Schule!) → kein direkter Kontakt zum Balu und Du e.V. 

Bildschirmfoto 2026-02-04 um 09.26.48

 

Die landesspezifischen Schulordnungen halten unterschiedliche Möglichkeiten vor, Praxisprojekte wie Balu und Du in den Unterricht zu integrieren.  

In BaWü kann Balu und Du an den beteiligten Gymnasien als einer von mehreren Seminarkursen im Angebot gewählt werden. Eine Lehrkraft übernimmt den entsprechenden Kurs für die Dauer eines Schuljahres. Meistens ist es an die Leitfächer Psychologie, Pädagogik, Gesellschaftskunde, Religion oder Ethik angebunden. Die fachliche Einbindung kann sich dabei an den Bedarfen der Schulen und den Qualifikationen der Lehrkräfte orientieren. 

Wir machen als Verein keine Vorgaben zur Benotung, Gestaltung und pädagogischen Ausgestaltung des Seminares; diese Aspekte unterliegen der Arbeit der Schule. 

In anderen Bundesländern gibt es Balu und Du zum Beispiel als Projektkurs (NRW), als P-Seminar (Bayern) oder als Seminarfach (Niedersachsen). 

  • Vorbereitung und Durchführung eines mind. (zwei-)wöchentlichen Begleitseminars mit gemeinsamem Austausch
  • wöchentliches Lesen und Kommentieren der Online-Tagebücher
  • Benotung des Seminarkurses
  • Kontakt mit der Grundschule

Die Lehrkräfte nehmen in der Regel nicht an den Tandemtreffen teil, da die Patenschaften eine Begegnung im 1:1-Setting zwischen Balu und Mogli vorsehen. 

Die Benotung des Seminarkurses liegt komplett in Händen der Schulen. Gerne vermitteln wir Kontakte zu Lehrkräften anderer Schulen, die über Erfahrungen in der Umsetzung verfügen. Grundsätzlich lassen sich zusätzlich zur schriftlichen Arbeit (Dokumentation) und dem Kolloquium auch die Tagebucheinträge benoten 

Die inhaltliche Gestaltung des Seminarkurses obliegt den jeweiligen Lehrkräften. Eine Ausnahme stellen die drei obligatorischen Sitzungen dar, die wir „Präventionseinheiten“ nennen; sie beschäftigen sich mit den Themen „Nähe & Distanz“, „Basiswissen Prävention sexualisierter Gewalt“ sowie „Kinderrechte & Kinderschutz“. 

In unserem Intranet finden sich vielfältige Anregungen zur inhaltlichen und methodischen Gestaltung der Seminarkurse, die sich als reine Angebote verstehen. Zudem steht allen Lehrkräften die Möglichkeit offen, an unseren kostenlosen Weiterbildungsangeboten und Vernetzungstreffen teilzunehmen. 

Die Erfahrungen, die die Balus machen, führen sie an viele pädagogische, psychologische und politische Fragestellungen heran. Aus diesen entwickeln viele Balus im Laufe des Jahres ein inhärentes Interesse an einem bestimmten Thema, aus dem sich dann eine Facharbeit entwickeln kann, sofern die Lehrkraft die fachlichen Voraussetzungen als gegeben ansieht. Auf Anfrage geben wir auch eine Liste mit Vorschlägen für Abschlussarbeitsthemen heraus, die wir gesammelt haben. Da Balu und Du seit 20 Jahren kontinuierlich wissenschaftlich begleitet wird, gibt es auch vielfältige Forschungsarbeiten, die für schriftliche Arbeiten herangezogen und gesichtet werden können. 

Grundsätzlich kann jede/r Oberstufenschüler:in ab Klasse 11 Balu werden. Über die Eignung entscheidet die Lehrkraft. Alle Balus müssen ein eintragsfreies erweitertes polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, das nicht älter als drei Monate sein darf. Alle Balus schließen einen Mentoringvertrag ab, auf dem bei minderjährigen Balus auch die Sorgeberechtigten unterschreiben.  

Der Verein Balu und Du e.V. macht keine Vorgaben zum Setting der Tandemtreffen, außer dass sie möglichst wöchentlich für 1-3 Stunden im 1:1-Setting stattfinden sollen. Die Tandems entscheiden – in Rücksprache mit den Eltern und ggf. der koordinierenden Lehrkraft – wann und wo sie sich treffen. Das könnte ein fester oder auch ein flexibler Wochentag sein, das kann im Kino, im Park oder beim heimischen Backen sein. Es ist möglich, dass erste Treffen im Umfeld der Schule stattfinden, bis Balu und Mogli Vertrauen ineinander haben; hier kann auch individuell auf die Bedarfe der Schüler:innen, der Lehrkräfte und der Eltern eingegangen werden. 

Abhängig vom Zeitpunkt und Grund des Abbruchs, gibt es verschiedene Varianten. Variante A/Abbruch innerhalb der ersten drei Monate: Vermittlung eines neuen Moglis in Absprache mit dem Balu und Du e.V., der hierbei gerne unterstützt.  

Variante B/im Laufe des Schuljahres: Balus übernehmen andere Aufgaben im Rahmen des Seminarkurses, um das Projektjahr zu unterstützen, z.B. Unterstützung bei Aufgaben der Lehrkraft, Organisation von gemeinsamen Treffen und Aktionen, inhaltliche Gestaltung der Begleittreffen, Öffentlichkeitsarbeit etc.,… 

Alle am Programm beteiligten Grundschulkinder, Mentor:innen und Koordinator:innen sind während ihres Projektjahres über den Balu und Du e.V. haftpflichtversichert. Für die Grundschulkinder besteht zudem eine Unfallversicherung. Die Mentor:innen werden über die Berufsgenossenschaft Wohlfahrt versichert. Eine Dienstreise-Fahrzeug-Versicherung reguliert Schäden bei der Nutzung von Privat-PKW. Die Kosten für die Versicherungen übernimmt der Balu und Du e.V.

Die Aufsichtspflicht ist die rechtliche Verpflichtung von Eltern, Erzieher:innen oder Betreuer:innen, Minderjährige so zu beaufsichtigen, dass diese keinen Schaden erleiden und anderen keinen Schaden zufügen.

Grundsätzlich obliegt die Aufsichtspflicht für Kinder den Eltern. Diese kann entweder durch Gesetz (z.B. im Falle der Schule) oder durch Vertrag auf andere Personen übertragen werden. Im Programm Balu und Du erfolgt eine vertragliche Übertragung der Aufsichtspflicht: Die einzelnen Standorte (z.B. weiterführende Schulen) und wir – der Balu und Du e.V. – schließen dafür mit allen Programmteilnehmenden respektive deren Erziehungsberechtigten Verträge. Mit den Eltern der Moglis ist das die Anmeldung zum Programm nebst dem Elterneinverständnis, bei den Balus der Mentoringvertrag. Bei minderjährigen Balus müssen auch die Eltern der Balus den Mentoringvertrag unterschreiben.

Die Balus haben also während der gemeinsamen Treffen tatsächlich die Aufsichtspflicht über die Moglis. Das ist aber per se nichts Negatives, sondern es kommt auch sonst ganz häufig vor, dass ältere Minderjährige auf jüngere Minderjährige aufpassen – zum Beispiel bei kleinen Geschwistern oder auch beim Babysitten. Wichtig ist natürlich, dass die Balus auf diese Rolle entsprechend vorbereitet und im Programm begleitet werden. Das gewährleisten wir über unsere Qualitätsstandards.

Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung

Janina_Hecht

Janina Hecht

Regionalmanagement Süd

Baden-Württemberg

janina.hecht@balu-und-du.de
+49 89 999540531

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