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Balu und Du

Bundesweites Mentoringprogramm bündelt großes Engagement für kleine Persönlichkeiten

Obwohl Balu und Mogli, die beiden Helden aus dem Dschungelbuch, aus ganz unterschiedlichen Welten kommen, werden sie schnell zu Freunden und lernen eine Menge voneinander. Balu lässt Mogli viel ausprobieren, hat Zeit zum Zuhören und beschützt ihn dann, wenn es nötig ist. Nach dem Vorbild des Kinderbuchklassikers funktioniert auch das bundesweite Mentoringprogramm „Balu und Du“: Engagierte Erwachsene im Alter von 17 bis 30 Jahren übernehmen als Balu individuelle Patenschaften für Grundschulkinder, die in sozial herausfordernden Umständen aufwachsen. Mindestens ein Jahr lang treffen sie sich einmal in der Woche mit ihrem Mogli: Sie helfen ihm durch persönliche Zugewandtheit und aktive Freizeitgestaltung, sich zu entwickeln und die Herausforderungen des Alltags erfolgreich zu meistern. Hintergrund: Schon in der Grundschulphase hängt der spätere Bildungserfolg von Kindern immer noch stark von ihrer sozialen Herkunft und vom Bildungsstatus ihrer Eltern ab. Das Mentoringprogramm will diese Chancenungerechtigkeit abfedern, Begabungen erkennen und die positive Entwicklung der Kinder fördern.

 Schlanke Struktur und informelles Lernen

„Balu und Du“ ist im Jahr 2001 in Köln und Osnabrück als Modellprojekt gestartet und setzt bis heute auf eine schlanke Struktur: Ein kompaktes Team in der Kölner Geschäftsstelle des eingetragenen Vereins betreut das Netzwerk von über 107 selbstständigen Standorten in Deutschland und Österreich, die meist an Bildungseinrichtungen, Wohlfahrtsverbänden, Freiwilligenagenturen oder Kommunen angeschlossen sind. Ihre Treffen mit den Moglis dokumentieren die Balus in einem Online-Tagebuch, mindestens alle zwei Wochen treffen sich außerdem alle Balus eines Standorts mit pädagogischer Begleitung zum Austausch. Einen Lehrplan für die Treffen von Balus und Moglis gibt es nicht: Die Kinder eignen sich bei den gemeinsamen Freizeitaktivitäten ganz nebenbei einen enormen Wissensschatz an und schauen sich Verhalten sowie Fähigkeiten ab, die für ihre Entwicklung bedeutend sind. Es ist nachgewiesen, dass sich dieses informelle Lernen positiv auf ihre Alltagskompetenz und Konzentrationsfähigkeit auswirkt. Über 10.000 Gespanne aus Grundschülern und engagierten Ehrenämtlern hat der Verein mittlerweile zusammengebracht, aktuell sind mehr als 2.000 gleichzeitig aktiv.

 Über Balus und Moglis

Pädagogen an Grundschulen können Kinder, die besonderer Fürsorge bedürfen, mit Einverständnis der Eltern für das Balu und Du-Programm empfehlen. Natürlich können sich die Eltern auch direkt an die Initiatoren wenden. Die Moglis freuen sich über die Zuwendung im außerschulischen Bereich und machen die wichtige Erfahrung, dass ihnen zugehört und etwas zugetraut wird. Sie lernen, sich auf einen Freund zu verlassen.

Die Balus sind junge Erwachsene zwischen 17 und 30 Jahren, die individuelle Verantwortung für ein Kind übernehmen. Sie haben Zeit, Ideen, ein offenes Ohr und geben Halt, Vertrauen und Zuspruch. Viele von ihnen streben einen Beruf im sozialen oder pädagogischen Bereich an und möchten schon wichtige Erfahrungen für ihre spätere Tätigkeit sammeln. Andere genießen einfach das bereichernde Gefühl, ein Kind ein Stück auf seinem Lebensweg zu begleiten und seine Weichen in eine günstigere Richtung zu stellen.

 Positive Effekte wissenschaftlich bestätigt

Gemeinsam ist allen Balus und Moglis, dass sie von ihrem Miteinander profitieren. Die positiven Effekte auf beide Gruppen werden regelmäßig wissenschaftlich bestätigt. Die Wirkungsforschung kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass die Moglis schon nach einem Jahr Projektteilnahme in so unterschiedlichen Bereichen wie fröhliche Grundstimmung, Unterrichtsbeteiligung, Unternehmungslust oder kompetente Konfliktbewältigung Fortschritte gemacht haben. Doch auch die Mentor*innen gewinnen an Kompetenz und profitieren von ihrem Engagement: Im Vergleich zu „Nicht-Balus“ fallen sie vor allem durch Arbeitshaltung, Selbstdisziplin und Kommunikationsfähigkeit in schwierigen Situationen auf. Die wissenschaftlichen Ergebnisse der Begleitforschung werden jedes Jahr im Rahmen eines Wirkungsberichts leicht verständlich aufbereitet. Für Balu und Du wurde im Jahr 2014 zudem eine SROI-Analyse (Social Return on Investment) durchgeführt. Damit ist der längerfristige monetäre Gewinn des Programms für die Gesellschaft feststellbar. Das Ergebnis: „Für das Mentoring-Programm Balu und Du lässt sich eine Sozialrendite von 4,25 bis 8,08 Euro je investiertem Euro prognostizieren.“

Kostenlos und ausgezeichnet

Für Moglis und Balus ist Teilnahme am Programm selbstverständlich kostenlos. Jedes Gespann bekommt von Balu und Du außerdem ein kleines Taschengeld, von dem zum Beispiel Eintrittsgelder oder Bastelmaterialien bezahlt werden. Während der Treffen sind die Gespanne über den Balu und Du e.V. haftpflicht- und unfallversichert. Finanziert wird der Verein durch die Unterstützung institutioneller Förderer und persönlicher Spender.

Das Engagement von Balu und Du wurde bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem „Deichmann Förderpreis“ (2012), für zukunftsweisendes Engagement im Rahmen von "Robert Bosch Verantwortung unternehmen!" (2011), als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ (2008) sowie als Landessieger NRW im Integrationswettbewerb der Stiftung „Bürger für Bürger“ (2007).

Balu und Du möchte sein Netzwerk weiter wachsen lassen: Schulen, Hochschulen und Wohlfahrtsverbände, die an der Gründung eines Balu und Du-Standortes interessiert sind, können sich jederzeit gerne an die Geschäftsstelle des Vereins wenden.

 

Hintergrundinformationen als PDF

 

Dr. Dominik Esch
1. Vorsitzender
Georgstraße 7
50676 Köln
Telefon: 0221 2010 326
E-Mail: dominik.esch@balu-und-du.de